| 14.Dezmeber 2011 |
Klausurtagung
der DGB-Region OWL mit den Schwerpunktthemen „Fracking“ und
„Konversion“
Besondere Schwerpunkte der Klausurtagung
fanden sich in der Diskussion bei den Themen „Fracking – Gewinnung von
Rohstoffen aus unkonventionellen Lagerstätten“, wie auch beim Thema
„Konversion OWL“, zu der Maria Unger, Bürgermeisterin der Stadt Gütersloh
und Konversionsbeauftragte von OWL, eingeladen war.

Foto:Nülle
von links nach rechts: Regionsvorsitzende Astrid
Bartols, Maria Unger, Bürgermeisterin der
Stadt Gütersloh
Winfried Lange
Organisationssekretär
Fracking bedroht unser Leben!
Mit Besorgnis nimmt der Regionsvorstand die
verheerenden Gefahren bei der Suche nach Erdgasvorkommen in NRW und die
Sorgen der Mitglieder in Bezug auf die nicht abschätzbaren Risiken dieser
Fördermethode auf. Nach inhaltlicher Auseinandersetzung mit dem komplexen
Thema steht der Regionsvorstand diese Fördermethode ablehnend gegenüber. Er
fordert ein Verbot aller Frackingvorhaben, solange dort wasser- und
lebensgefährdende Chemikalien in die Erde eingebracht werden und die
sogenannte Restrisiken nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden können.
„Wasser ist Lebens- und Existenzgrundlage, Quell allen Lebens auf dieser
Erde. Der Schutz des Grundwassers und Trinkwassers muss über allen
wirtschaftlichen Interessen stehen und ein Verbot von Frackingvorhaben ist
die notwendige Konsequenz“, betont Astrid Bartols, Regionsvorsitzende des
DGB-OWL und begrüßt das vorläufige Verbot von Fracking durch die
Landesregierung NRW.
Konversion kostet 1746 Arbeitsplätze
Als weiteres Thema stand „Konversion“ auf dem
Programm, bei dem auch Geschäftsführung und zuständige Sekretäre beider
ver.di Bezirke zugegen waren. Maria Unger berichtete über den Stand der
Abzugplanung der britischen Streitkräfte in OWL. Im Mittelpunkt der
Diskussion stand der Wegfall der 1746 Arbeitsplätze der zivilen Angestellten
und der weitere Arbeitsplätze gefährdende Wegfall von ungefähr 445 Millionen
Euro jährlicher Kaufkraft durch den Abzug der britischen Streitkräfte und
ihrer Angehörigen. Den Finger in die Wunde legten die ver.di KollegInnen bei
den bereits jetzt schon geschaffenen Tatsachen in Bezug auf den Umgang mit
den zivilen Beschäftigten. Mit großer Sorge wird besonders auf die
Ausgliederungsmaschinerie zur Kostenersparnis und den damit verbundenen
Lohnkürzung bei den betroffenen zivilen Angestellten hingewiesen und
Lösungsansätze diskutiert. Für alle Akteure war die Diskussion für die
weitere Arbeit sehr konstruktiv, einen Informationsaustausch in diesem Maße
hatte es bislang nicht gegeben. „Der Dialog ist notwendig und wird
fortgesetzt“, darin sind sich sowohl Maria Unger, als auch Astrid Bartols
einig. Nicht nur mit Sicht auf den Abzug der britischen Streitkräfte ist das
Erarbeiten von gemeinsamen Strategien notwendig, auch die Reform der
Bundeswehr hat nicht unerhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsmarkt- und
Lebenssituation in OWL.
Ausbildung ist Standortfaktor
Mit besonderer Sorge, auch in Hinblick auf
die Zukunftsfähigkeit unserer Region als Wirtschaftsstandort, betrachtet der
Regionsvorstand die aktuelle Ausbildungsplatzsituation in OWL. Auch die
sicherlich positiven Signale aus dem Ausbildungskonsens NRW lassen hier
keine Entwarnung für OWL zu, stehen doch 16829 Ausbildungsplatzsuchenden nur
12801 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Kritik wird hier am Übergang „Schule
– Beruf“ geübt, wenn nach Qualifizierung und Maßnahme keine realistische
Perspektive auf einen Ausbildungsplatz besteht und Maßnahmenkarrieren zu
Dauerwarteschleifen für junge Menschen zu werden drohen. Neben einer, in
manchen Fällen sicherlich notwendigen, Qualifizierung zur Ausbildungsreife
sind für OWL derzeit weitere außerbetriebliche / partnerschaftliche
Ausbildungsplätze zur Ergänzung der Dualen- und Vollzeitschulischen
Ausbildung dringend erforderlich. |
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